Zimt für die Gesundheit, Ceylon und Cassie Zimt

Zimt – Wärme, Wirkung und alte Küchenmedizin

Zimt gehört zu jenen Küchengewürzen, die weit mehr können als süße Speisen verfeinern. In vielen Kulturen galt er als wertvolles Heilmittel und als Gewürz, das Körper und Geist stärkt. Gerade im Winter, wenn Kälte, Müdigkeit und Infekte näher rücken, lohnt sich ein Blick auf die therapeutischen Möglichkeiten dieser besonderen Rinde.

Was Zimt eigentlich ist

Zimt entsteht, indem die innere Rinde junger Zweige geschält und getrocknet wird. Dabei rollt sie sich auf natürliche Weise ein und bildet die bekannten Zimtstangen. Auch wenn sie sich auf den ersten Blick ähneln, gibt es entscheidende Unterschiede zwischen Ceylon Zimt und Cassia Zimt.

Der Ceylon Zimtbaum stammt ursprünglich aus Sri Lanka. Heute wird er auch auf Madagaskar und Sansibar kultiviert. Seine feinen Rindenstücke ergeben viele dünne Lagen. Dadurch wirken die Stangen fast wie kleine Zigarren und lassen sich leicht zerbrechen.

Cassia Zimt dagegen stammt meist aus China, Indien oder Thailand. Seine Rinde ist deutlich dicker und bildet eine einzige kräftige Rolle. Die Stangen sind hart, kompakt und innen oft hohl.

Im gemahlenen Zustand lassen sich beide Arten kaum unterscheiden. Geschmacklich zeigt sich jedoch ein deutlicher Unterschied. Ceylon Zimt duftet feiner und süßer, Cassia Zimt ist kräftiger und würziger.

Eine weitere wichtige Unterscheidung betrifft das Cumarin. Dieser sekundäre Pflanzenstoff kann in großen Mengen die Leber belasten. Cassia Zimt enthält deutlich mehr Cumarin als Ceylon Zimt. Wer regelmäßig Zimt verwendet, sollte daher auf das hochwertigere Ceylon Produkt zurückgreifen.

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Wie Zimt auf den Körper wirkt

Zimt ist reich an ätherischen Ölen, Polyphenolen und weiteren bioaktiven Pflanzenstoffen. Besonders das Zimtaldehyd prägt die Wirkung. Es unterstützt die Verdauung, wirkt entzündungshemmend, wärmend und antimikrobiell. Viele der traditionellen Anwendungen lassen sich dadurch gut erklären.

Wärme von innen

Zimt regt die Mikrozirkulation an und ist daher ideal für Menschen, die ständig frösteln. In Teemischungen, warmen Getränken oder einem Oxymel bringt er sanfte Wärme in den Körper und wirkt wie ein kleines Holzofenchen von innen.

Unterstützung bei Erschöpfung

In der traditionellen Heilkunde gilt Zimt als Gewürz, das das innere Feuer stärkt. Gerade an Tagen, an denen man sich leer oder ausgekühlt fühlt, kann ein warmes Getränk mit Zimt spürbar gut tun.

Hilfe bei Übelkeit

In kleinen Mengen kann Zimt einen empfindlichen Magen beruhigen. Besonders gut wirkt er in Kombination mit Apfel oder Ingwer. Viele kennen den Effekt aus Apfelkompott, das mit etwas Zimt bekömmlicher wird.

Wohltuend bei Menstruationsbeschwerden

Zimt gilt als wärmend und entspannend. Diese Eigenschaften können krampfartige oder kalte Unterbauchschmerzen lindern. In Tees oder warmen Milchgetränken entfaltet sich seine Wirkung besonders angenehm.

Haltbarkeit in der Vorratsküche

Zimt besitzt ausgeprägte antimikrobielle Eigenschaften. Sirupe, Oxymel und Eingemachtes bleiben durch ihn länger stabil. Das erklärt, warum Zimt in alten Rezepten so häufig vorkommt.

Für warme Füße

In Fußbädern, Salben oder Ölen ist Zimt ein echter Klassiker. Besonders nach langen Winterspaziergängen oder bei ständig kalten Zehen sorgt er für wohlige Durchwärmung. Wacholder und Ingwer passen gut dazu und verstärken den Effekt.

Emotionale Wirkung

Viele Menschen empfinden den Duft von Zimt als einhüllend und beruhigend. Er vermittelt Geborgenheit und ein Gefühl von Zuhause. In der emotionalen Pflanzenheilkunde spricht man davon, dass Zimt den Geist sammelt und hilft, sich wieder geerdet zu fühlen.

Hautpflege

Zimt fördert die Durchblutung und bringt Wärme in müde Winterhaut. In Honigauszügen oder sehr milden Peelings kann er der Haut neue Frische geben. Wichtig ist hier eine sehr geringe Dosierung, da Zimt auf empfindlicher Haut stark reizen kann.

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Was die Forschung sagt

Zimt wird seit vielen Jahren wissenschaftlich untersucht. Ein Schwerpunkt liegt auf seinem Einfluss auf die Blutzuckerregulation. Studien zeigen, dass Zimt den Appetit anregen, die Darmtätigkeit unterstützen und die Darmflora günstig beeinflussen kann. Zimtaldehyd und Polyphenole verzögern die Magenentleerung etwas. Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel langsamer an.

Zimt und Diabetes Typ 2

Eine Metastudie aus dem Jahr 2024 wertete 24 klinische Studien aus. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass Zimt den Nüchternblutzucker, die Insulinresistenz und den Langzeitwert HbA1c signifikant senken kann. Daher kommt Zimt als mögliche begleitende Maßnahme bei Typ 2 Diabetes in Frage. Natürlich ersetzt Zimt keine medizinische Therapie, unterstützt aber offenbar wichtige Stoffwechselprozesse.

Wirkung auf das Gehirn

In mehreren Untersuchungen zeigte sich, dass Inhaltsstoffe wie Eugenol, Zimtaldehyd und Zimtsäure kognitive Funktionen verbessern können. Eine Übersichtsstudie belegt positive Effekte auf Aufmerksamkeit, Lernleistung und Gedächtnis. Außerdem wird diskutiert, dass Zimt möglicherweise die Ablagerung von Proteinen hemmt, die bei Alzheimer eine Rolle spielen. Diese Ergebnisse sind vielversprechend, allerdings noch nicht abschließend geklärt.

Für den Alltag

Zimt passt gut in warme Frühstücksrezepte. Ein Topfen/Quark mit Beeren und Nüssen wird durch etwas Zimt bekömmlicher und stabilisiert den Blutzuckerspiegel. Auch ein Apfelkompott, ein Haferporridge oder ein winterlicher Tee lassen sich damit wunderbar abrunden.

Zimt ist eines jener Gewürze, die gleichzeitig Genuss und Hausmedizin sind. Er wärmt, beruhigt, schützt und stärkt. Eine kleine Rinde, die in der Küche oft mehr bewirkt als viele moderne Helfer.

Rezept mit Zimt

Natürlich findest du hier bei mir am Blog einige Rezepte mit Zimt – lass dich inspirieren:

Nun aber viel Genuss und Freude beim Verwenden von Zimt!

Alles Liebe, deine Doris Kern

Kräuterfrau mit Herz und Seele

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