Krenbutter – würzige Winterkraft aus der Wurzel
Es gibt Pflanzen, die entwickeln ihre Kraft in der Tiefe und entfalten ihre Wirkung genau dann, wenn wir sie brauchen. Der Meerrettich, bei uns in Österreich Kren genannt, gehört für mich ganz klar dazu. Gerade im Winter, wenn Kälte, Feuchtigkeit und Erschöpfung den Körper fordern, ist er eine jener Wurzeln, die durchwärmen, klären und stärken.
In der Küche zeigt er sich von einer besonders schönen Seite und ist unglaublich vielseitig. Als Krenbutter verbindet sich seine Schärfe mit guter Butter zu etwas Rundem, Aromatischem und Wohltuendem. Ein so einfaches Rezept, das Genuss und Pflanzenkraft ganz selbstverständlich zusammenbringt.
Meerrettich – eine Wurzel mit innerem Feuer
Meerrettich enthält sogenannte Senfölglykoside. Sie werden erst beim Reiben oder Schneiden freigesetzt und sind verantwortlich für die typische Schärfe, die bis in die Nase zieht und die Augen zum Tränen bringt.
Diese Senföle wirken antibakteriell, antiviral und durchblutungsfördernd. In der Volksheilkunde wird Meerrettich seit Jahrhunderten bei Erkältungen, Nebenhöhlenbeschwerden, Husten und allgemeiner Schwäche eingesetzt.
Er unterstützt die Atemwege, regt die Abwehrkräfte an und bringt Bewegung in festgefahrene Prozesse.
Auch die Verdauung profitiert von seiner anregenden Wirkung. Meerrettich gilt als stoffwechselaktivierend und wärmend – Eigenschaften, die besonders in der kalten Jahreszeit geschätzt werden. Da er aber so stark ist, ist eine Anwendung für Kinder nicht möglich, da er einfach zu reizend ist.
Warum Krenbutter so gut tut
In Butter eingebettet verliert der Meerrettich nichts von seiner Kraft, gewinnt aber an Milde. Die Fettbestandteile binden die scharfen Inhaltsstoffe, machen sie bekömmlicher und sorgen für ein harmonisches Geschmackserlebnis.
So wird aus einer kräftigen Heilwurzel ein Begleiter in der Küche, der unkompliziert zum Herstellen ist. Ein Stück Brot mit Krenbutter reicht oft schon aus, um Wärme zu spüren, die Nase freier werden zu lassen und den Körper sanft zu unterstützen.
Rezept: Würzige Krenbutter
Zutaten
- 150 g weiche Butter
- 2–3 Esslöffel frisch geriebener Meerrettich (je nach gewünschter Schärfe)
- 1 kleine Zwiebel
- etwas Salz
- frische Petersilie
Zubereitung
Die Zwiebel in sehr feine Würfel schneiden. Die Petersilie fein hacken.
Die weiche Butter mit einem Messer oder einer Gabel glatt streichen. Den frisch geriebenen Meerrettich unterheben und anschließend die Zwiebelwürfel sowie einen Teil der Petersilie einarbeiten. Mit Salz abschmecken.
Die Krenbutter in eine kleine Schüssel füllen oder zu einer Rolle formen. Vor dem Servieren mit der restlichen Petersilie bestreuen.
Im Kühlschrank aufbewahrt hält sich die Butter mehrere Tage und lässt sich gut vorbereiten.
Kleine Tipps aus der Praxis
Verwende immer frischen Meerrettich. Er enthält deutlich mehr ätherische und scharfstoffhaltige Verbindungen als fertiger Kren aus dem Glas.
Die Schärfe kannst du ganz nach deinem Empfinden anpassen. Manche mögen es kräftig, andere sanfter – beides ist richtig.
Krenbutter passt nicht nur zu Brot, sondern auch zu Ofengemüse, Erdäpfeln, Fisch oder als würzige Ergänzung zur Winterjause.
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Lass dir die Krenbutter schmecken, alles Liebe,
Doris

