Hausmittel, Kräuter, Naturkosmetik

Gierschsalbe – altes Hausmittel bei Rheuma, Gicht & Arthrose

28. April 2019
Giersch Salbe selber machen

Giersch – von den einen geliebt von den anderen gehasst! Ja, er breitet sich gerne aus und so manch ein Gärtner ist an ihm schon verzweifelt! Dabei kann man aus dem Giersch so viel machen. Einerseits ist er eine Vitaminbombe im Frühling und liefert wertvolle Inhaltsstoffe. Andererseits ist er auch als Gicht-Kraut bekannt und genau über diese Fähigkeit möchte ich euch heute etwas mehr erzählen und ich verrate euch mein Rezept für eine entzündungshemmende Gierschsalbe.

altes Hausmittel: Gierschsalbe bei Rheuma und Gicht

altes Hausmittel: Gierschsalbe bei Rheuma und Gicht

 

Was kennzeichnet den Giersch?

Der Giersch (lat. Aegopodium podagraria) gehört zur Familie der Doldenblütler und wird auch gerne Gichtkraut, Geißfuß oder Dreiblatt genannt. Er kann bis zu 90cm hoch werden und bekommt weiße Blüten. Er wird schon mal gerne mit der Bibernelle, dem Bärenklau oder dem Schierling verwechselt. Aber man kann ihn eigentlich ganz gut erkennen, wenn man sich folgendes Sprüchlein merkt:

„Drei, drei, drei – bist beim Giersch dabei.“

Gierschblatt

Gierschblatt

 

Und das bedeutet folgendes:

  • Das Blatt ist immer dreigeteilt,
  • Die einzelnen Blätter sind auch dreigeteilt,
  • Und der Stiel ist dreikantig.

 

Wie wirkt der Giersch?

Der Giersch ist schon seit jeher eine bekannte Pflanze, die auch gerne für verschiedene Heilzwecke verwendet wird. Noch dazu auch so gesund – daher gebt ihn ruhig öfters in euren Salat, da er eine wahre Vitamin Bombe ist! Habt ihr gewusst, dass der Giersch etwa 15x so viel Vitamin C beinhaltet wie ein Kopfsalat? Beeindruckend, oder?

Der Giersch wird vor allem bei

  • Gicht,
  • Rheuma,
  • Blasenentzündung,
  • Arthrose,
  • Ischiasbeschwerden, uvm.

verwendet.

Gerade bei Gelenkserkrankungen hat er sich in der Volksmedizin einen Namen gemacht. So wird er gerne als Salbe, Creme oder Umschlag bei Rheuma, Gicht und Arthrose verwendet.

heilsamer Giersch

heilsamer Giersch

 

Giersch-Öl und Giersch-Tinktur herstellen

Für die Giersch-Salbe benötigen wir ein Giersch-Öl und eine Tinktur, die aber beide ganz einfach herzustellen sind. Die Tinktur könnt ihr genauso herstellen, wie in diesem Beitrag zu Hamamelis bereits vorgestellt. Beim Öl mache ich hier gerne einen Warmauszug, diesen habe ich bereits bei der Ringelblumensalbe oder beim Kartoffelbalsam genau erklärt.

Zutaten für die Tinktur:

  • Frischen Giersch
  • Alkohol 40%

Zutaten für den Ölauszug:

  • Frischen Giersch
  • Olivenöl
  • Alkohol zum Desinfizieren

Giersch sammeln

Giersch sammeln


 

Herstellung der Giersch-Salbe

Für die Gierschsalbe benötigt ihr folgende Zutaten:

  • 50g Gierschöl
  • 4g Gierschtinktur
  • 5g Bienenwachs
  • Ätherische Öle (optional)
    • 5 Tropfen Rosmarin
    • 5 Tropfen Wacholder
    • 5 Tropfen Lavendel
  • Alkohol zum Desinfizieren

Die Salbe wird ganz einfach mit folgenden Schritten hergestellt:

  • Zuerst werden alle Gläser und Arbeitsmaterialien desinfizieren.
  • Danach das Gierschöl und das Bienenwachs in ein feuerfestes Glas geben und langsam im Wasserbad schmelzen lassen.
  • Vom Herd nehmen und langsam handwarm rühren. Dann die Gierschtinktur Schluck für Schluck unter Rühren untermischen. Genauso die ätherischen Ölen.
  • Ist die Salbe kaltgerührt in Tiegel abfüllen.
Gierschsalbe einfach selbermachen

Gierschsalbe einfach selbermachen

 

Wie ihr seht ist der Giersch gar nicht so zu verachten. Man kann ihn wirklich vielseitig einsetzen. Zum Vorbeugen Giersch essen, da er so viele Vitamine und Mineralien beinhaltet. Bei Blasenentzündungen hilft der Tee aus den Blättern sehr gut und bei Rheuma, Gicht und Arthrose unbedingt die Giersch-Salbe ausprobieren!

Bleibt gesund und ich bin gespannt, wie euch das neue Rezept gefällt!

 

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Disclaimer! Die von mir zur Verfügung gestellten Informationen werden mit aller Sorgfalt zusammen getragen. Die Hausmittel und Rezepturen ersetzen aber keinen Besuch beim Arzt. Bei unklaren oder heftigen Gesundheitsbeschwerden gehe bitte unmittelbar zum Arzt. Bei Schwangeren und Kindern immer vorher eine Anwendung oder Einnahme mit dem Arzt abklären. Wenn du meine Rezepte und Anleitungen nachmachst, dann machst du das auf eigene Gefahr!

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8 Comments

  • Reply Rosi 29. April 2019 at 10:36

    Liebe Doris,
    Wieder mal ein Superrezept!;-) Nun weiß ich endlich, was ich mit meinem Giersch im Garten so anfangen kann. Hab nur noch eine kurze Frage zu der Gierschsalbe und zwar, wieviel Giersch benötige ich denn ungefähr, damit ich eine Tinktur und einen Ölauszug herstellen kann?

    Freue mich übrigens immer wieder über Deinen schönen Blog und bin jedes Mal ganz gespannt, welche tollen Ideen Du wieder umgesetzt hast! Ganz toll finde ich auch die Downloads für die Etiketten etc. Vielen herzlichen Dank dafür!:-)

    Herzliche Frühlingsgrüße
    Rosi

    • Reply Doris Kern 29. April 2019 at 18:54

      Liebe Rosi,
      das freut mich riesig!! Das Gute am Giersch ist, er wächst ja wirklich überall sehr gut! Daher kann man ihn reichhaltig ernten! Also ich schneide frische Kräuter immer klein und fülle sie dann bis etwa Dreiviertel in ein verschließbares Glas und übergieße es dann mit dem Alkohol. Beim Öl gehe ich genauso vor, nur dass ich beim Giersch hier einen Warmauszug gemacht habe, damit die Feuchtigkeit besser entweichen kann.

      Soooo liebe Worte -ich freu mich riesig! Das ist immer das Schönste für mich und ein riesen Kompliment! Und wieder Motivation, genauso weiterzumachen 🙂

      Ganz liebe Grüße zu dir und hab eine schöne Zeit,
      Doris

  • Reply Claudia Tschei 8. Mai 2019 at 11:56

    Hallo liebe Doris

    Ich bin ganz „zufällig“ auf deinen Blog gestossen weil ich ein Rezept für Tannenwipfelsirup gesucht habe. Meine Omi hat den immer gemacht und ich war mir nicht zu 100% sicher, dass ich ihn richtig angesetzt habe. Das wurde mir aber jetzt durch dein Rezept bestätigt. Danke!

    Ich bin ein grosser Fan von Wildkräutern und verwende sie so viel als möglich.
    Freue mich wenn ich ein paar neue Dinge hier bei dir noch lernen kann, habe mich daher auch sofort für deinen Newsletter angemeldet.

    Ich bin Österreicherin, lebe aber schon lange in Südfrankreich und kommen nur noch zu Besuch nach Österreich. Manches Kraut gibt es in meiner direkten Umgebung also nicht. Aber da ich auch viel unterwegs bin, finde ich immer wieder Fleckchen mit mir lieben Kräutern 🙂
    [Zur Zeit bin ich in der Nähe von Grenoble und daher gab es gestern abends Giersch-Brennessel-Spinat, Erdäpfelpüree mit Röstzwiebel und Linsenburger. Dazu einen blühenden Salat mit Gänseblümchen und Klatschmohn – sehr farbenfroh!]

    Ganz liebe Grüsse in meine alte Heimat
    Claudia

    • Reply Doris Kern 9. Mai 2019 at 20:25

      Liebe Claudia,
      vielen lieben Dank für deine liebe Nachricht und wie schön, dass du den Weg zu mir gefunden hast!
      So schön zu lesen, dass du alte Traditionen von deiner Omi aufleben lässt und dass sie von mir genauso gemacht werden, wie schon zu Omas Zeiten 🙂
      Ich nehme aber an in Südfrankreich hast du auch ganz wundervolle Kräuter, die bestimmt ganz intensiv duften – wie herrlich!!
      Mmmh dein Kräutergericht hört sich ganz zauberhaft und lecker an!!
      Ich hoffe wir lesen uns bald wieder – ganz liebe Grüße zu dir ins wunderbare Frankreich!
      Alles Liebe, Doris

  • Reply mARTina 3. August 2019 at 12:30

    Hallo Doris! Ich wollte auch ein Giersch-Öl für eine Salbe herstellen – bei mir würde das Öl aber leider überhaupt nicht grün. Hast du da irgendwelche Tipps? Danke & LG, mARTina

    • Reply Doris Kern 7. August 2019 at 10:23

      Hallo mARTina,
      um so viele Inhalsstoffe ins Öl zu bekommen, ist es wichtig den Giersch so fein wie möglich zu schneiden. Dann wird as Öl auch wunderbar grün 🙂
      Ganz liebe Grüße zu dir,
      Doris

  • Reply Chris 13. August 2019 at 9:27

    Man lernt nie aus, ich mache auch schon seit ewigkeiten Kräuter Salben, aber die Gierschsalbe kannte ich nicht. Danke…
    mfg Chris

    • Reply Doris Kern 19. August 2019 at 12:02

      Hallo Chris,
      ja so geht es mir auch immer – man lernt da einfach nie aus! Aber das ist auch das schöne an der Kräuterwelt finde ich 🙂
      Ganz liebe Grüße,
      Doris

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