Hausmittel, Kräuter

So unscheinbar und doch so wirksam – Rotklee, der Glücksbringer

20. Mai 2018
wunderbarer Rotklee

Rotklee ist gut verbreitet und man findet ihn in vielen Wiesen. Ihr kennt ihn bestimmt, denn seine Blätter gelten als Glücksbringer, zumindest dann, wenn die Natur nicht drei, sondern vier Blätter hervorbringt. Er gehört zur Familie der Schmetterlingsgewächse (Fabaceae) und man kann aus ihm viele Produkte herstellen und einige davon zeige ich euch heute!

vielseitiger Rotklee

vielseitiger Rotklee

 

Der Rotklee

Rotklee oder botanisch Trifolum pratense gehört zu den Hülsenfrüchten und zur Familie der Schmetterlingsgewächse. Er kann auch ganz schön groß werden – bis zu 50cm kann er sich der Sonne entgegen strecken. Auch für Insekten, wie für die Hummeln, ist er ein wertvoller Nahrungslieferant, da seine Blüten süßen Nektar liefern.

Aber nicht nur für die Insekten, sondern auch für Weidetiere liefert er Eiweiß und er gilt als Bodenverbesserer, da er Stickstoff aus der Luft in Nährstoffe umwandelt und so den Boden damit verbessert. Gar nicht so schlecht, was der Rotklee alles kann!

auch bei Hummeln sehr beliebt

auch bei Hummeln sehr beliebt

 

Heilkunde

Als Heilpflanze hat er sich schon bei Hildegard von Bingen und anderen naturheilkundigen Menschen einen Namen gemacht. So wird er schon seit langer Zeit als Tee bei Atemwegserkrankungen verabreicht und auch bei chronischen Hauterkrankungen, wie der Schuppenflechte wird er gerne verwendet.

Besonders sticht er aber durch seinen hohen Gehalt an Isoflavonen hervor. Sie gehören zu den Phytohormonen und zählen zu den sekundären Pflanzenstoffen. Sie haben eine ähnliche, aber schwächere Wirkung wie Östrogene (Sexualhormone, die vom Körper selbst produziert werden). Östrogene haben im Körper verschiedene Aufgaben und steuern unter anderem auch die Fruchtbarkeit bei Frauen. Wenn die Frau in den Wechsel kommt, stellt sich der Körper und der gesamte Hormonhaushalt um. Es werden weniger Östrogene produziert und das bringt den Körper oft ziemlich durcheinander. Hier kann der Rotklee unterstützend helfen und ausgleichend wirken. Auch bei Männern stellen sich die Hormone um, und damit die sogenannte Midlife-Crisis nicht zu schlimm wird, kann auch der Rotklee helfen 😉

Das gute am Rotklee ist auch, dass die darin enthaltenen Isoflavone auch sehr gut von unserem Körper verwertbar sind und wir sie besonders gut aufnehmen können.

leuchtende Blüten des Rotklees

leuchtende Blüten des Rotklees

 

Rotklee-Tee

Jetzt im Mai ist eine sehr gute Zeit um Rotklee Blüten zu sammeln, denn gerade jetzt besitzt er den höchsten Gehalt an Isoflavonen. Um Wechseljahresbeschwerden entgegen zu wirken, kann der Rotklee auch mit anderen Pflanzen wie zB Hopfen gemischt werden. Dabei kann man täglich 3-4 Tassen des ausgleichenden Tees trinken.

Auch äußerlich, bei zB starkem Juckreiz kann der Tee mittels Umschlägen verwendet werden.

Rotklee Tee - hilft bei vielen Beschwerden

Rotklee Tee – hilft bei vielen Beschwerden

 

Rotklee Tinktur

Die Tinktur aus Rotklee Blüten kann innerlich, wie auch äußerlich verwendet werden. Innerlich bewährt sie sich bei Erkältungen und man kann 2x täglich 10-15 Tropfen einnehmen.

Für die äußerliche Anwendung eignet sich die Tinktur gut als Beigabe von Salben, Cremes oder Gelen. Da der Rotklee bei Schuppenflechten und Ekzemen sehr heilend wirkt. Die Isoflavone wirken ebenso antioxidativ und hautregenerierend und werten jede Creme auf. Vielleicht mache ich bald noch eine Rotklee-Creme, mal sehen 😉

Für die Tinktur Rotklee-Blüten locker in ein Glas schichten, bis es ca. 3/4 gefüllt ist. Danach mit etwa einem 35%igen Alkohol auffüllen. Falls du keinen Alkohol in dieser Konzentration hast, findest du hier eine Erklärung, wie du ganz einfach einen höheren Alkohol auf die gewünschte Konzentration verdünnen kannst.

Tinktur mit Rotklee herstellen

Tinktur mit Rotklee herstellen

 

Rotklee Öl

Wie schon oben beschrieben, wirken die im Rotklee enthaltenen Stoffe antioxidativ und fördern auch den Zellstoffwechsel, was sie für die Hautpflege sehr interessant machen. Das Rotklee-Öl kann für Cremes und Salben verwendet werden. Oder auch pur auftragen, besonders dann, wenn die Haut juckt und spannt.

Rotklee Öl herstellen

Rotklee Öl herstellen

 

Für das Rotklee Öl die Blüten in ein verschließbares Glas bis ca. 3/4 locker füllen und mit einem guten Öl (Mandelöl, Sonnenblumenöl) übergießen. Das Glas noch nicht gleich verschließen, sondern für die ersten 2-3 Tage mit einem Tuch abdecken, damit Feuchtigkeit von den Blüten austreten kann. Danach gut verschließen und ca. 2 Wochen ausziehen lassen. Am besten täglich mit einem vorher desinfizierten Spatel gut durchrühren. Danach gut filtern und in dunkle Flaschen abfüllen. Beschriften nicht vergessen!

Pflegendes Rotkleeöl

Pflegendes Rotkleeöl

 

Wie ihr seht, ist der Rotklee so gar nicht unscheinbar und kann viel für unsere Gesundheit tun! Also nutzt die Zeit und sammelt noch Rotklee!

 

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Disclaimer! Die von mir zur Verfügung gestellten Informationen werden mit aller Sorgfalt zusammen getragen. Die Hausmittel und Rezepturen ersetzen aber keinen Besuch beim Arzt. Bei unklaren oder heftigen Gesundheitsbeschwerden gehe bitte unmittelbar zum Arzt. Bei Schwangeren und Kindern immer vorher eine Anwendung oder Einnahme mit dem Arzt abklären. Wenn du meine Rezepte und Anleitungen nachmachst, dann machst du das auf eigene Gefahr.

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6 Comments

  • Reply Antje Leibe 22. Mai 2018 at 12:06

    Doris,
    Danke für die umfangreichen Informationen zum Rotklee. Habe ihn gesucht und in der Nachbarschaft gefunden. Die Tinktur habe ich schon begonnen- allerdings wegen Wodkamangels-gestoppt… 🙂
    Das Öl werde ich auch ansetzen, für die Haut…
    Würdest du Olivenöl grundsätzlich dazu nicht empfehlen?
    Antje

    P.S. Burn-Out im Umfeld….welchen Tee könnte ich verschenken?

    • Reply Doris Kern 24. Mai 2018 at 10:17

      Liebe Antje,
      das freut mich riesig! Olivenöl ist auch ein sehr gutes Auszugsöl und kann man auch sehr gut verwenden. Ich persönlich mag das Sonnenblumenöl sehr gerne, weil es vom Geruch her neutraler ist, aber du kannst auch das Olivenöl verwenden.
      Bei Burn Out hat sich Rosenwurz sehr bewährt – er stärkt die Nerven und schaut, dass man wieder zu kräften kommt. Aber auch ein schönes Körperöl mit den ätherischen Ölen von Lavendel und Mandarine finde ich immer schön. Lavendel beruhigt und die aufmunternde Mandarine bringt ein klein wenig Sonnenschein. Und Berührungen und Zuwendung sind in so einer Zeit sowieso sehr wichtig!
      Alles Liebe zu dir,
      Doris

  • Reply Rosi 22. Mai 2018 at 21:48

    Hallo Doris,
    Wieviele Rotklee-Blüten brauche ich denn ungefähr für eine Tasse Tee?

    Rosi

    • Reply Doris Kern 24. Mai 2018 at 10:25

      Hallo liebe Rosi,
      für eine Tasse Tee würde ich 1-2 Teelöffel von den getrockneten Blüten verwenden. Bei frischen Blüten kannst du 2-3 Teelöffel nehmen.
      Alles Liebe zu dir,
      Doris

  • Reply Antje Leibe 24. Mai 2018 at 12:18

    Doris,
    Dankeschön. Die Zutaten für das Körperöl habe ich sogar vorrätig. Darf ich dich noch fragen, wenn ich ca. 100 ml Mandelöl nehme, wie würdest du „tropfen“ mit den ätherischen Ölen?
    LG

    • Reply Doris Kern 24. Mai 2018 at 20:01

      Liebe Antje,
      für Körperöle nimmt man normalerweise 1% an ätherischen Ölen, das wären bei 100ml Öl 20 Tropfen ätherisches Öl 🙂
      Alles Liebe zu dir,
      Doris

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