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Pink Gelee – süße Grüße aus dem Wald mit Springkraut

13. August 2017
Pink Gelee aus den Blüten des Springkrauts

Ihr kennt bestimmt alle das Springkraut, das jetzt so schön rosa bis kräftig pinkfarben blüht? Es gedeiht sehr gut in Wäldern und an Bachufern. Das indische oder drüsige Springkraut ist keine heimische Pflanze unserer Gegend, sondern eine eingereiste Pflanze aus dem Himalaja Gebiet. Sie wurde bereits 1839 als eine Gartenpflanze zu uns nach Europa gebracht. Es vermehrt sich bei uns prächtig und die rasante Ausbreitung wird tlw. mit Sorge betrachtet, da es heimische Pflanzen verdrängt. Es gibt viele Diskussionen um diese eingereiste Pflanze und mancherorts wird sie auch vernichtet, damit sie sich nicht weiter ausbreiten kann. Aber es gibt auch eine eine andere Möglichkeit ihre Ausbreitung ein klein wenig zu verringern – wir verwenden einfach ihre Blüten für ein tolles Pink Gelee! Das indische Springkraut vermehrt sich über die Samen und wenn wir schon die Blüten verspeisen, kann sie sich nicht weiter verbreiten. Zugegeben, so viel Gelee können wir auch wieder nicht essen, um sie wirklich einzudämmen. Aber zumindest eine Möglichkeit ein bisschen Frieden mit dieser schönen Pflanze zu schließen.

Pinkes Gelee mit Springkraut

Pinkes Gelee mit Springkraut

 

Neophyten

Man hört immer von den sogenannten Neophyten, die problematisch für unsere heimischen Pflanzen sind. Von Neophyten spricht man von jenen Pflanzen, die nach 1492 zu uns nach Europa gekommen sind. In diesem Jahr entdeckte Christoph Kolumbus Amerika und der weltweite Warentransport nahm nach und nach zu. Aber zB auch Erdäpfel und Mais zählen zu den Neophyten – aber diese wären bei uns nicht mehr wegzudenken. Problematisch sind nur invasive Pflanzen, die sich zum Nachteil der einheimischen Pflanzen schnell und dauerhaft ausbreiten können.

Zu den invasiven Pflanzen zählen bei uns der besonders giftige Riesen-Bärenklau, kanadische Goldrute, Japanknöterich, Sommerflieder oder zB das indische Springkraut.

 

Indisches oder drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)

Die wunderschön blühende Pflanze wurde bereits vor vielen Jahren aus dem Himalaja Gebiet zu uns nach Europa gebracht und es fühlt sich ziemlich wohl bei uns. Es wurde in vielen Gärten angepflanzt und auch für die Imker war es eine gern gesehene Bienenweide, da die großen Blüten ein wahrer Bienenmagnet sind. Aber auch für Hummeln und andere Insekten ist die Pflanze wiederum ein Segen, da sie sehr viel Nektar produziert und lange bis in den Herbst hinein blüht. Für den einen Segen für den anderen der Niedergang – denn sie kann sich schnell ausbreiten und so Lebensraum von anderen heimischen Pflanzen einnehmen.

drüsiges Springkraut

drüsiges Springkraut

 

Auch bei uns im Wald wächst sie an einigen Stellen ziemlich wuchernd und oft sehe ich wie Menschen sie ausreißen. Da bin ich immer hin- und hergerissen, da mir einerseits das Herz weh tut, wenn jemand eine Pflanze so achtlos ausreißt und auf ihr herumtrampelt, aber andererseits muss sie natürlich eingedämmt werden, damit auch unsere Pflanzen noch wachsen können.

Im Netz findet man viele Meinungen dazu, von unbedingt eindämmen bis dahin, dass sie keine Gefahr ist. Was denkt ihr über dieses Thema?

ein Neophyt - das indische oder drüsische Springkraut

ein Neophyt – das indische oder drüsiges Springkraut

 

Um der Pflanze trotzdem meine Achtung zu schenken, verwende ich ihre Blüten einfach zu einem wundervollen Gelee – das Rezept findet ihr gleich weiter unten. Das indische Springkraut vermehrt sich nur über die Samen – die man übrigens auch essen kann! Also das wäre noch eine zweite Möglichkeit sie zu verwenden. Ich habe sie noch nicht probiert, sollen aber sehr gut nussig schmecken.

Die frischen Blüten und Blattspitzen soll man nur in kleinen Mengen verwenden, da sie frisch in größeren Mengen leicht giftig sind. Daher wurde es tlw. auch als Brechmittel verwendet.

Indisches Springkraut - ein Bienen- und Hummelmagnet

Indisches Springkraut – ein Bienen- und Hummelmagnet

 

Pink Gelee Rezept

Für das Gelee aus den Blüten des Springkrauts braucht ihr folgende Zutaten:

  • 100g Blüten (am besten die dunklen – ergeben eine wunderschöne Farbe)
  • 1l Wasser
  • 1kg Gelierzucker 1:1
  • 1EL Weinsäure oder Zitronensäure
  • 1 Bio-Zitrone
  • 1 Handvoll Kräuter wie zB Melisse und Zitronenverbene
  • 1/2 Vanillestange
  • 1-2 Nelken
gesammelte Springkrautblüten

gesammelte Springkrautblüten

 

Zubereitung des Pink Gelees

1. Schritt: Blüten gemeinsam mit den Kräutern, den Gewürzen, der aufgeschnittenen Zitrone und der Säure in eine Schüssel geben.
2. Schritt: Mit dem Wasser übergiessen und mit einem Geschirrtuch zudecken und über Nacht stehen lassen.

Springkrautblüten mit Kräutern ansetzen

Springkrautblüten mit Kräutern ansetzen

 

3. Schritt: Den bereits pink gefärbten Saft über ein Sieb in einen Topf abgießen.
4. Schritt: Gemeinsam mit dem Gelierzucker einige Minuten aufkochen lassen.
5. Schritt: Gelierprobe mit einem Löffel machen und Konsistenz prüfen.
6. Schritt: In die vorbereiteten Gläser abfüllen und verschließen.

Gelee in Gläser abfüllen

Gelee in Gläser abfüllen

 

Das wunderschöne Pink Gelee schmeckt ganz hervorragend auf einem frischen Brioche. Es hat einen leicht herben Geschmack – aber sehr gut und erinnert ein wenig an eine Orangenmarmelade.

die pinke Farbe ist einfach ein Hingucker

die pinke Farbe ist einfach ein Hingucker

 

Wer würde vermuten, dass man so eine Farbe auf ganz natürlichem Weg herstellen kann? Die dunklen Blüten des indischen Springkrauts färben sehr gut und zaubern eine bunte Palette auf unseren Frühstückstisch und bescheren einen tollen Geschmack.

auf einem Brioche-Brötchen einfach herrlich!

auf einem Brioche-Brötchen einfach herrlich!

 

Ich bin gespannt wie euch das Pink Gelee gefällt und ob ihr es auch nachmachen möchtet – habt noch einen wunderschönen Sonntag & alles Liebe,

 

Der Beitrag ist auch zu sehen auf Create in Austria und bei einfach.nachhaltig.besser.leben

Disclaimer!

Die von mir zur Verfügung gestellten Informationen werden mit aller Sorgfalt zusammen getragen. Die Hausmittel und Rezepturen ersetzen aber keinen Besuch beim Arzt. Bei unklaren oder heftigen Gesundheitsbeschwerden gehe bitte unmittelbar zum Arzt. Bei Schwangeren und Kindern immer vorher eine Anwendung oder Einnahme mit dem Arzt abklären. Wenn du meine Rezepte nachmachst, dann machst du das auf eigene Gefahr.

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6 Comments

  • Reply Maria Widerstand 15. August 2017 at 7:21

    Hallo Doris!

    Die Farbe ist wirklich sensationell! Bei uns wächst diese Pflanze auch entlang der Spazierwege. In den letzten Jahren konnte sie allerdings schon recht gut reduziert werden. Für Gelee wäre allerdings noch genug da 😉

    Danke für das interessante Rezept!

    lg
    Maria

    • Reply Doris Kern 15. August 2017 at 20:03

      Liebe Maria,
      ja ich war auch total begeistert von dieser Farbe! Bei uns wächst sie aktuell noch ganz gut – aber man merkt auch schon langsam, dass sie dezimiert wird! Gelee könnte ich zur Genüge machen 😉
      Alles Liebe zu dir,
      Doris

  • Reply Dani 28. August 2017 at 9:56

    Hallo,
    Du hast geschrieben, dass die frischen Blüten auch als Brechmittel verwendet wurden. Wie sieht ist mit dieser Wirkung bei der Marmelade aus? Können Kinder oder empfindliche Menschen diese trotzdem essen?

    • Reply Doris Kern 28. August 2017 at 19:45

      Hallo liebe Dani,
      beim Springkraut sind vor allem die frischen Blätter leicht giftig und können in größeren Mengen Brechreiz auslösen. Die Blüten werden für das Gelee nicht frisch verzehrt, sondern auch noch aufgekocht und verarbeitet, daher sollten sie kein Problem darstellen.
      Alles Liebe zu dir, Doris

  • Reply Andrea 5. September 2017 at 9:34

    Hallo Doris
    Ich habe das Gelee ausprobiert und muss sagen es ist super lecker. Nicht zu süß und die Farbe toll. Die Kinder sind auch ganz begeistert.
    Danke für die Idee.
    Herzliche Grüße Andrea

    • Reply Doris Kern 5. September 2017 at 22:05

      Liebe Andrea,
      das freut mich riesig, dass es gut gelungen ist und auch der ganzen Familie schmeckt!! Dann weiterhin noch ganz viel Freude und lasst es euch gut schmecken!
      Alles Liebe zu dir,
      Doris

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